"Den Rosaroten Panther - den haben wir doch drauf!" Diese einhellige Meinung konnten die tanzenden Kids der Initiative Down Syndrom einmal mehr unter Beweis stellen, und dies vor einem imposanten Publikum und auf einer riesigen Bühne auf der Messe "Reha-Care" in Düsseldorf. Der Wiedererkennungseffekt war auch bei den Zuschauern gegeben, die den Auftritt wie letztes Jahr begeistert beklatschten. Aber auch die neuen Tänze im Repertoire, z.B. der Indianertanz und die Muppetshow kamen beim Düsseldorfer Publikum gut an.
"Reha-Care - was ist das eigentlich?" mochte sich im Vorfeld manches Mitglied der IDS fragen - und was sollen wir da? So erging es wohl vielen, die vor drei Jahren das erste Mal der Einladung des Behindertensportverbandes folgten und als Eltern mit ihren "tanzenden Kindern" nach Düsseldorf fuhren.
Es erwartet den Besucher eine Flut von Informationen, Neuigkeiten, Angeboten und Ideen rund um das Thema "mit Behinderungen leben". Natürlich ist es eine Ausstellung von kommerziellen Anbietern. Aber es ist mehr als das.
In der Halle 5, in der die Bühne aufgebaut ist, erlebt man viele kleinere und größere Gruppen, die über das gemeinsame Tanzen oder andere Aktivitäten zu Gemeinschaften zusammengewachsen sind. Man erlebt Fröhlichkeit, Lebenssinn und Lebensmut, und das ganz normale Lampenfieber vor großen Auftritten. Man erlebt Auftritte, die von skurril ("Eins, Zwei, P-O-L-I-Z-E-I") über witzig ("Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett") bis extrem professionell sind - so z.B. zwei international mit Preisen ausgezeichnete Rollstuhlfahrer-Tanzpaare. Und man sieht, wie die Tanzgruppe zusammenwächst, wie sie die Hektik in der Garderobe und das Lampenfieber auf der Bühne plötzlich hinter sich lassen und im Nachhinein selbstbewusst und zufrieden auf einen zwar anstrengenden, aber auch aufregenden und schönen Tag zurückblicken können.
Es ist einfach bereichernd, dabeizusein, zuzuschauen, sich zu informieren, über den Tellerrand zu blicken, welche (Freizeit-)Aktivitäten auch und gerade Menschen mit Behinderungen auf die Beine stellen. Es ist dabei irgendwie so wie in unserem richtigen Leben:
Es ist normal, verschieden zu sein.
Sigrid Backmann