Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Schon 7:00 Uhr, jetzt wird es Zeit. Kostüme einpacken (vorher bügeln), Reiseproviant dazu und los geht΄s.
Vom Bahnhof in Kamen startet per Bus die IDS zum Weltjugendtag nach Köln. Auf die Gruppe ist Verlass; alle da, alle pünktlich und das mit 40 Leuten. Die Sonne scheint, die Stimmung ist gut. Wir kommen gut durch.
In Köln wird es dann zunehmend voller; viele bunte junge Leute aus aller Herren Länder. Wir winken aus dem Bus, die fröhlichen Menschen draußen winken zurück. Und dann verfahren! Gut dass wir noch genug Zeit bis zum Auftritt haben alle bleiben ruhig, sind aber angespannt. Schließlich erreichen wir den Treffpunkt. Andrea Dumbeck, Tanzpädagogin des Behindertensportverbandes NRW und Chefin der integrativen Tanzgruppe der IDS wartet schon auf uns. Wir fassen uns alle an den Händen und marschieren als lange Kette zur Bühne. Zelte sind schon aufgestellt der Behindertensportverband NRW war schon fleißig. Wir schlagen unser Lager direkt am Ufer des Rheins auf, der heute bei strahlendem Sonnenschein besonders blau aussieht und ein freier Blick auf den nahen Kölner Dom. Wir haben bis zum Auftritt noch etwas Zeit, so genießen wir ein schattiges Plätzchen unter schönen großen Bäumen, toben uns auf einem Spielplatz aus und beobachten die Menschenströme.
Viele Gruppen laufen ihren jeweiligen Fahnen hinterher wo ist eigentlich die Fahne der IDS? Beim Down-Syndrom-Sportfest in Frankfurt hatte sie einen großen Auftritt, wer von uns hat sie wohl mitgenommen? Na ja, heute ist sie leider nicht dabei.
Andere Gruppen des Behindertensportbundes NRW treffen ein. Rolli-Fahrerinnen und Fahrer, junge Frauen mit Down-Syndrom, Angehörige und Freunde sitzen zusammen, tauschen sich aus.
Dann Startpfiff! Umkleiden und Auftritt. Wir sind begeistert: Rolli-Fahrer tanzen nach der Musik von Sister Act; die jungen Frauen mit Down-Syndrom führen toll kostümiert orientalische Tänze auf mit gekonntem Hüftschwung. Dann unsere Kinder mit dem König der Löwen. Unsere kleinen Tiger, Leoparden, Giraffen und Zebras ernten viel Beifall. Dann schneller Kostümwechsel aus Afrikas Tieren werden im Handumdrehen lauter rosarote Panther; es folgt die gekonnte Uraufführung der neu einstudierten Tanznummer der IDS; zum Ende dann der Auftritt des großen rosaroten Panthers im normalen Leben Schatzmeister der IDS und verspricht wiederzukommen, ohne Frage. Begeisterter Applaus, unsere Gruppe lässt sich feiern und führt das Stück noch einmal auf. Wir freuen uns alle miteinander, mit den anderen Gruppen gemeinsam über unser aller Erfolge.
Dann fällt die Anspannung ab. Unsere Kinder nutzen die Zeit, sich am Rollstuhl-Parcours zu probieren und staunen, wie schwierig eine kleine Kante zu passieren ist. Schließlich trödeln wir zurück zum Bus, alle 40 sind wieder da, keiner ging verloren.
Wer hat an der Uhr gedreht ist es wirklich schon so spät? Der Tag verging wie im Fluge, mit vielen neuen Eindrücken kommen wir wieder zu Hause an.
Edith Kirsch